Basissicherung war sie von je her! Das Äußern halbgarer Gedanken zu einem wichtigen Thema, hilft nicht. Wozu dauernd Renten-Kommissionen - man schaue nach Japan, dann weis man genau was zu tun ist und was nicht.
Ja, wie die SZ schreibt, eine wieder mal unglückliche Formulierung aus des Kanzlers Mund. Nicht seine Formulierungen seien Schuld, sondern das fehlende Wirtschaftswachstum. Allerdings: Schon 1972 ,zu meiner Zeit des Berufsanfangs sagte man uns klar: Ohne abbezahlte Eigentumswohnung und etwas Betriebsrente sei der Lebensstandard nicht zu halten. Und auf Wachstum als eine Gewissheit zu setzten, versperrt die Sicht auf andere tragende Maßnahmen.Die Überalterung ist Fakt und die neuen Wettbewerber China und Indien ebenfalls und der Vorsprung der USA bei den neuesten Technologien ebenfalls...Merz hat nur die Realität scharf gezeichnet
Klare Lösungsperspektiven fehlten leider für die Rentenfrage. Sie wird zu einer ärgerlichen unendlichen Geschichte, obwohl die Fakten allen klar sind. Wir haben die Gerechtigkeitsfrage noch nicht gelöst, Fangen wir doch dort mal an… Kann das die Demokratie gar nicht?
Was bedeutet gute Politik?
1. Sie nimmt die Fakten als Basis 2. Sie sorgt für eine gleichmäßige Belastung der Steuerzahler-Gruppen 3. Sie sucht aus gemachten Erfahrungen zu lernen. 4. Sie kommuniziert Ergebnisse. 5. Sie stellt das Land vor die Partei. Erfüllt die öffentliche Rentendiskussion diese Forderungen? Für mich klar nein!Zu den Fakten:
Unser konsumtiver Wohlstand, der private sowie der öffentliche kann nur aus der Wertschöpfung der im Jahr geleisteten Stunden dieser Volkswirtschaft bestritten werden. Dieses Stundenvolumen beträgt 2024 etwas 66 Milliarden Stunden und ist im leichten Sinkflug, behalten wir unsere Gewohnheiten bei. Die Rentner und die Pflegebedürftigen befinden sich hingegen im Steigflug. Also ist es keine neoliberale Hetze Frau Fahimi, wenn man daraus schließt, wir müssen entweder bescheidener werden, oder oder alle eben um ca. 10 % mehr arbeiten oder das Fettposter der Gesellschaft gleich 10 000 Milliarden G e l d - vermögen auch für den Konsum öffentlicher Güter heranziehen. Wahrscheinlich alles gleichzeitig. Darüber nicht ernsthaft zu sprechen ist schlechte Politik.So kann Demokratie nicht funktionieren.
Zur Gerechtigkeit
Ein besonderes Anliegender C-Parteien, oder? Leider hat uns der nun geehrte Draghi eine Explosion der Wohnkosten mit seiner 0 Zinspolitik beschert , zum Schaden aller. Wenn eine lange Friedenszeit Vermögen unterschiedlich wachsen lässt, je nachdem ob man/frau mehr Startkapital oder mehr Fähigkeiten und Kompetenzen hatte, dann ist das zunächst keine Ungerechtigkeit. Es sollte aber in einer Gemeinschaft, die den Namen verdient, möglich sein, etwas Solidarität zu üben. Belastungen so zu gestalten, dass eben alle das tragen, was sie in der Lage sind zu tragen. In welcher Form der Beitrag der Vermögenden und/oder Gutverdiener erbracht wird ist doch zweitrangig, es muss ein deutlich sichtbarer Beitrag sein. Vielleicht keine Steuern sondern Solidaritätsfonds, über die diese Leute auch mitbestimmen dürfen. Keiner wird deshalb das Land verlassen, versprochen. Die Großverdiener zahlen ja viele Steuern, die Großvermögenden, leisten sie für die Gemeinschaft wirklich genug? Ich sehe Luft nach oben. Von Steuern abgesehen, stellen sie denn auch genug Risikokapital zur Verfügung für neue Wirtschaftszweige? Ich zweifle.
Zum Diskussionsstiel – nur schrecklich
Was bringt es zu verkünden „Hände weg vom 8-Stundentag“? Was bringt es zu rufen „geht gar nicht“: Einschränkung des Ehegattensplitting (die Schweiz schafft macht es!), Finger weg von den großen Vermögen (dann fliehen die!). So macht man Demokratie kaputt. Also in der Konsequenz den öffentlichen Konsum aus Schulden zu finanzieren? Das mehrt doch nicht mehr den Nutzens dieser Gemeinschaft. Stil: Baden Württemberg wäre ein Vorbild wie man Diskussionen unter Demokraten führt – wenigstens bis jetzt.Besitzstandsgehacke ist keine Politik mit Vision, ist keine Politik für das Land.
Zu den Erfahrungen
Ich muss mich schon sehr wundern, dass in der Diskussion nie über Japan geredet wird, die das Rentenproblem bereits massiv trifft. Daraus könnte man viel Erkenntnis gewinnen, was nötig ist und was gar nicht geht.
Was heißt nachhaltige Alterssicherung?
Eine nachhaltige Alterssicherung muss die Demographie - die Bevölkerungsstruktur verschiebt sich nach > 65 - berücksichtigen -Fakt: Unsere Branchen stecken in einer Strukturkrise, die sich nur langsam auflösen wird. Das wird, wie nicht anders zu erwarten, Jahre dauern und nur unter zwei Bedingungen gelingen: mit der Mobilisierung der europäischen Begabungspotentiale und eines europäischen Kapitalmarktes der genügend Risikokapital zur Verfügung stellt.
Fehlendes Wirtschaftswachstum als die Ursache zu sehen ist viel zu kurz gesprungen. Denn nur auf solches zu hoffen ist wenig realistisch, zumindest kurzfristig.
Hat Japan das Renten-Problem ganz gelöst? Leider nein ...
In Japan sind heute 30% der Bevölkerung > 65, in Deutschland 23%. Der Bevölkerungsschwund Japans bei weiterer Ablehnung von Zuwanderung hat gravierende Folgen. Die arbeitsfähige Bevölkerung schrumpfte um 13,3 Millionen seit 1990 ! (World Bank Database).
Man dreht schon jetzt an vielen Schrauben und muss es wohl und alles hat nur begrenze Wirkung:
Leistung auf Schulden? Man schaue auf Japan, die greifen erheblich in die Sparguthaben der Bevölkerung, 250% Staatsverschuldung - bei den Inländern als Anleihezeichnern. (K)eine Lösung?!
Die Renten in Japan liegen etwa auf deutschem Niveau. Für eine durchschnittliche Einzelperson ca. 1400 $ und für ein Ehepaar im Durchschnitt bei 2 200 $. Dabei spielt aber die private Vorsorge, die öffentlich angeboten wird (a la Riester), eine große Rolle.Oft unterstützen auch die Kinder ihre Eltern. Auch in Japan wohnen relativ wenige Menschen im Eigenheim : 55% . Insgesamt lebt der japanische Rentner einfacher als der Deutsche. Grob gerechnet besteht die Rente für ein Ehepaar zu 68% aus Basisrente, aus 18% Betriebsrente und zu 14 % aus öffentlich angebotenem, kapitalgedeckten Rentenanteil.Die Zuwanderung - im Gegensatz zu Japan - ist für Deutschland eine wichtige Stütze für die Sozialsysteme! Sie zu unterminieren, legt die Axt an den Sozialstaat,fürche ich.
Wir können aber unsre Position halten, bin ich mir sicher
Was macht Mut: Selbst das kleine Deutschland schafft schon Erstaunliches, siehe plötzlich sind da Roboter, die arbeiten können (vielleicht keine Saltos rückwärts machen), plötzlich sehen wir da Rüstungsgüter der Spitzenklasse, die vor sieben Jahren noch keiner sich vorstellen konnte.
Der zweite entscheidende Hebel dürfte mehr Solidarität zwischen den Vermögenspolen sein.Alles ist möglich, wenn die Lasten nach Tragfähigkeit verteilt werden. Die „finanziell gut Gesicherten“ sollten mit einem Zeichen vorausgehen und z.B. einen Fonds mit 100 Milliarden auflegen, der für die Deckung von verschiedenen Notlagen herhalten sollte und einen weiteren, der der Innovation gewidmet ist. Das sollte bei 10 000 Milliarden Geldvermögen nicht zu schwer sein. Und ja, auch die geleisteten Stunden sind ein Hebel. Auch deshalb, weil wir die gut bezahlten Industriearbeitsplätze vor allem mit einfacheren Dienstleistungs-Arbeitsplätzen ersetzen und über hochwertige Dienstleistungen – siehe die Digitalmonopolisten aus den US -(noch) nicht verfügen.
Der dritte wichtige Hebel um das Wachstum zu halten, die europäischen Ressourcen ohne Eifersüchteleien bündeln. Airbus ist das Modell, Deutschland alleine wird den Kraftakt gegen China und die USA kaum schaffen. Die Achillesverse Europas, die Energie, ist eine schwere Hypothek. Partner sind nur sehr bedingt verlässlich, der Ausbau der Erneuerbaren ein MUSS. Der EU-Skeptizismus ein Triumph der Kurzsichtigkeit!Sowie mehr einsichtige Demut, dass unser privates Konsumniveau nicht im Grundgesetz steht.
Quellen:
https://worldpopulationreview.com/country-rankings/home-ownership-by-country
https://www.mhlw.go.jp/content/12501000/001263881.pdf
Dr. Johannes Rauter 11.05.2026