Nun hat sich eine viel beschäftigte italienische Politikberaterin dazu in der SZ interviewen lassen. Süddeutsche Zeitung vom 03.03.2026. Interview L. Nienhaus mit Frau Bria „Europa hat alle Zutaten, das Rezept ist falsch“ so faßt die SZ das zusammen.
Die großen Geister wissen wie es ginge. Und nützt dieses Wissen wirklich?
Draghi 2024, 400 Seiten, die Strategiepapiere der EU. Und was passierte effektiv, was die EU in Sachen Souveränitätsdefizite weiter gebracht hätte: Schlüsseltechnologien vor allem das digitale Defizit, seltene Rohstoffe, Energiequellen, Abschreckungsfähigkeit und zentrale Entscheidungsmöglichkeiten in Krisenzeiten. (So etwas hatte die römische Republik. 85 Diktaturen, begrenzt auf 6 Monate...)Kommen nun von Frau Bria die entscheidenden Impulse? Achtung: An Erkenntnissen hat es nie gefehlt aber am Willen, Nötiges zu tun. Eigentlich sollten sich die großen Geister mit diesen Hemmnissen befassen, bevor sie die großen Visionen entwickeln, denke ich.
Ich weis nicht, was Sie unter Rezept verstehen. Ihr Interview weist darauf hin, dass ein wichtiges Element der Souveränität, digitale Infrastrukturen für den terziären und sekundären Sektor weitgehend in US Hand liegen. Neben diese Souveränitätslücke der Schlüsseltechnolgien gibt es noch die der seltenen Rohstoffe, noch wichtiger, die der Energie, die Abschreckungsfähigkeit und die einer zentralen Entscheidungsgewalt für Sicherheit und Außenpolitik, getragen von den stärksten EU Ländern ohne den Zwang zur Einstimmigkeit.
Europa war Erfinder, die US Amerikaner die Vermarkter. USA und China betreiben eine Industriepolitik die aus zwei Komponenten bestehe: riesiges Verteidigungsbudget und Protektionismus. Zudem verlieren die Europäer Mittel, durch massive Käufen in den USA. Allerdings kann ich Ihre 2,6 Billionen nicht nachvollziehen, da das Verteidigungsbudget der EU Staaten nur bei 400 Milliarden liegt und die Beschaffung von „digital services“ von US Firmen sich auf ca. 150 Milliarden beläuft, sagt mir meine KI. Zudem investierten Europäer als private Investoren (zu) viel in US Wertpapiere.Diese Mittel fehlten dann hier. Der europäische Markt für Risikokapital ist klein.
einen 300 Milliarden € Fonds - über 10 Jahre - vor und die Entwicklung des europäischen Markt für Risikokapital. Warum gibt es denn diesen nicht schon längst. Da gilt es genau hinzuschauen. Und auf die Besteuerung von risikobereiten Unternehmern. Ja Airbus ist ein Modell. Auch hier die Frage, ja warum gibt es denn nicht mehr solcher Zusammenschlüsse. Dem ist doch nachzugehen – was helfen da 400 Seiten Draghi-Papers aus 2024? Eher wenig, gemessen an den Taten bisher.
Dr. Johannes Rauter 04.03.2026