A Unionskunde (6) Handel, eine der wichtigsten Bedingungen für Wohlstand in der EU!


Der Handel bildet ein Netzwerk zwischen allen Staaten der Erde, es gilt ihn zivilisiert weiter zu entwickeln, zum Nutzen aller!

Nur Produktivitätsgewinne schaffen Wohlstand. Die Arbeitsteilung ist dabei der größte Treiber für die Produktivität einer Gesellschaft neben der Innovation. Der Handel ist das Kommunikationsnetz, das die Arbeitsteilung erst ihre produktive Kraft entfalten lässt.

Bedingungsloser, freier, globaler Handel?

Nein, ich bin nicht für den bedingungslosen Freihandel, seine Kollateralschäden sind zu groß. Der Handel ist im Moment – gerade der globale – noch in einer Phase, die in der Industrialisierungsgeschichte, der des schlecht beleumundeten Manchester-Liberalismus entspricht. Es besteht die Hoffnung, dass auch der Handel sich zivilisieren wird. Zivilisieren bedeutet z.B. den Wettbewerb nicht über Kostenvorteile zu führen, die zu einem großen Teil auf der Nichteinhaltung von Sozial- und Umweltstandards generiert werden. Niedrige Löhne per se, dem Entwicklungsstand entsprechend, kann man nicht verbieten. Überlegungen dazu finde ich leider kaum auf Agenda der EU Handelspolitik. Verständlich, da wir Bangladesh schlecht vorschreiben können, welche Politik es diesbezüglich zu verfolgen hätten. Und das Streben nach einem gewissen Wohlstand, kann man niemandem verbieten.Dann muss man eben behutsam mit Zöllen arbeiten. Vergessen wir nicht, in der EU gibt es die ganze Palette von Arbeitskosten pro Stunde, von 1,50 € in Albanien bis ca. 50 € in Dänemark. Zur Fairness gehört auch, dass Handelspartner in Asien, gerade in Afrika und in Südamerika von der EU entsprechend behandelt werden.

Handel ist überlebenswichtig, für alle und gerade für kleine EU Länder

Der Handel auf dem Gebiet der EU - die zu 70% aus Klein- und Kleinststaaten besteht – ist etwas ganz Besonderes. Bedeutet, dass der Export verglichen mit dem Sozialprodukt, jeweils pro Kopf genommen, gerade für kleine Länder eine riesige Bedeutung hat. Pro Kopf gerechnet, ist Deutschland kein Exportweltmeister. In den USA, mit ihrem riesigen Binnenmarkt, spielt der Export nur eine kümmerliche Rolle. In den EU Ländern und damit in der EU als Ganzes, eine um Faktoren bedeutendere. Schon deshalb ist Trumps Getöse eher weltfremd.Die EU ist eine riesige Handelsplattform, daher ist es wichtig, dass auf der Unionsebene, in der EU intern nach und nach Barrieren beseitigt werden! Ein gewaltiges Argument für die EU und eine gewaltige Aufgabe zugleich, die von vielen kompetenten Beamten in "Brüssel " zu erledigen ist!

Besonders die „unbotmäßigen“ Vishegrad- Staaten profitieren vom barrierefreien Handel! Das sollte man denen getrost wieder und wieder in Erinnerung rufen

Export pro Kopf in % des Bruttoinlandsproduktes pro Kopf

Bedeutung des Exports
Quelle: eurostat, comext 2018

Handel mit China, der ganz besondere Fall.

Nur Deutschland hat eine ausgeglichene Warenhandelsbilanz mit China. Und hat demzufolge so kein Problem mit China. Nimmt man aber Deutschland aus der Warenhandelsstatistik heraus, so hat China gegenüber der "restlichen" EU einen gigantischen Überschuß von 200 Milliarden €. Ein Summe, die der Wertschöpfung von 7 - 8 Millionen Menschen entspräche, die die Produktivität und Arbeitskosten von z.B. Polen haben. Daran getraut sich keiner. Auftrag an die EU-Politik: Mit der Verhandlungsmacht von 500 Millionen Konsumenten zu fordern, dass China in den ärmeren EU Ländern produziert, statt die EU mit Waren via "Seidenstraße" zu überfluten. Dies nützt der EU nichts, nur China. Also strebe man mit China einen fairen Interssensausgleich an. Ich finde dies in keinem Parteiprogramm.

Warenhandelsüberschuss China gegenüb er der EU (ohne Deutschland) 2018:

Warenhandelsüberschuss-Situation
Quelle: eurostat, comext 2018

Dr. Johannes Rauter 15.03.2019